Prähabilitation – Körperliches Training für eine schnellere Heilung nach der OP

Shownotes

Operiert und wieder gesund? So einfach ist es für viele Patientinnen und Patienten leider nicht. Nach einer OP wieder auf die Beine zu kommen, dauert oftmals deutlich länger als erwartet – manche benötigen Monate oder gar Jahre, bis sie wieder zu alter Fitness zurückgekehrt sind. Dabei kann es mit „Prähabilitation“ um einiges schneller gehen.
Was sich hinter diesem Begriff verbirgt, erklärt in der aktuellen Folge unserer Podcast-Serie Prof. Dr. Robert Schier, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin. Er spricht darüber, wie man sich – wenn die Zeit es zulässt – schon lange vor einer Operation auf die Genesung danach vorbereiten kann, wie wir von einer ausreichenden Grundfitness im Ernstfall profitieren können und wwas Patientinnen und Patienten auch im Nachgang noch zu ihrer Rehabilitation beitragen können.

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00:00:00: Nach einer Operation wieder auf die Beine zu kommen, das ist manchmal gar nicht so leicht.

00:00:03: Das haben viele von uns schon festgestellt.

00:00:06: oft haben Patienten noch Monate manche sogar Jahre danach mit den Auswirkungen der Strapazen für unseren Körper zu kämpfen.

00:00:12: dabei kann man mit einer gezielten Vorbereitung ja durchaus eine schnellere Genesung haben.

00:00:18: Ein

00:00:18: Mann, der für dieses Thema sensibilisieren möchte ist Professor Robert Schier.

00:00:22: Er ist Direktor der Klinik für Anesthesiologie Intensiv- und Notfallmedizin und spricht heute mit uns über Präabilitationen und warum es sich lohnt schon vor eine Operation aktiv zu werden?

00:00:32: Erstmal herzlich willkommen Herr Prof.

00:00:34: Schier!

00:00:34: Vielen

00:00:35: Dank für die Einladung.

00:00:36: Der Begriff Prähabilitation klingt ja erstmal ganz schön sperrig das kann man schon sagen.

00:00:42: was steckt denn dahinter?

00:00:45: Ja, der Begriff Präabilitation ist eine Zusammensetzung von zwei Situationen.

00:00:51: Prä ist ja lateinische Vor- und man kennt vielleicht das Wort präoperativ vor der Operation.

00:00:59: Und die Rehabilitation war über lange Jahre das gewesen was man nach der Operation gemacht hat.

00:01:05: Das heißt man hat dann niedergelegen und musste wieder zurück ins Leben kommen und hat dann eine Rehabitationsklinik bekommen wo man sozusagen dann wieder trainieren konnte.

00:01:13: Wir haben dann über die Jahre festgestellt, es geht schon sehr lang zurück bis ins Jahr zwei Taunen Sieben dass man vor der Operation auch schon was tun kann und nicht erst diese Vorbereitung oder dieses Training in die Phase nach der OP legt sondern auch vor der operation schon die Rehabilitation startet.

00:01:32: Und daraus kam das Wort Präh-Rehabilitation was dann kurz Prähabilitation

00:01:37: wurde.

00:01:38: Und warum lohnt sich das, dass ich vor einer Operation schon aktiv werde?

00:01:42: Ich könnte auch sagen nach der OP ist für mich der Neubeginn.

00:01:45: Da fange ich an da werde ich wieder fit.

00:01:47: Ja, wir müssen die Operation schon anders verstehen.

00:01:50: Das ist schon ein ziemlicher Stress für den Körper.

00:01:52: Ein ziemlicher Stress für den Patienten.

00:01:55: und so wie es wie ein Training für einen Marathon ist würde ich ja auch nicht sagen Ich gehe morgen und laufe den Marathon.

00:02:02: das heißt ich brauche muss mein Körper daran gewöhnen.

00:02:04: Und dass es lange Jahre bisschen außer Acht gelassen worden, dass man gesagt hat Man muss schnell jetzt die operation durchführen.

00:02:10: das stimmt doch in einigen Fällen.

00:02:12: Manche Krebsoperationen können nicht aufgeschoben werden Die müssen so gemacht werden.

00:02:15: aber es gibt eine Reihe von wo man vielleicht drei, vier Wochen Zeit hat den Patienten darauf vorzubereiten.

00:02:23: Das Ziel ist einfach dem Patienten von seiner körperlichen Leistungsfähigkeit auf einen anderen Startpunkt zu bringen vor der Operation so dass der Stress der Operation diesen Patienten nicht in eine Gefahr bringt nach der Operation auf der Intensivstation Komplikationen zu bekommen sondern durch die bessere Vorbereitung nach hinten raus auch eine bessere Erholung zu

00:02:43: gewährleisten Und wir kennen das ja auch alle, bin ich gut vorbereitet.

00:02:46: Gehe ich selbstbewusst in eine Situation.

00:02:49: Welche körperlichen und psychischen Veränderungen kann ich denn noch erwarten?

00:02:53: Ja, das ist jetzt alles noch so ein bisschen in den Kinderschuhen.

00:02:56: was wir wissen ist dass körperliche Aktivität ganz viele Prozesse im Körper auslöst.

00:03:02: Wir wissen, dass ein Training die Leistungsfähigkeit der Patienten verbessert.

00:03:08: Das wird häufig mit einer sogenannten anaeroben Schwelle gemessen.

00:03:12: das kennt man aus dem Sport vielleicht.

00:03:14: wenn ich zu schnell laufe zu lange werde mein Körper sauer.

00:03:18: und diese Schwelle wann der Körper saurer wird kann nicht beeinflussen durch Training.

00:03:22: Das ist der reine Trainingseffekt durch das körperliche Training.

00:03:27: Darüber hinaus kommen wir mittlerweile aber auch so auf die Idee und immer mehr können wir hinweisen, dass auch andere Prozesse auch die Psyche ein beeinflussbarer Faktor ist.

00:03:38: Denn wir alle kennen so ein bisschen dieses Phänomen man sitzt auf der Couch und will nach der Arbeit nicht noch trainieren und wenn man dann mal laufen geht oder irgendwelche Aktivität macht fühlt man sich danach besser.

00:03:49: Und so ist es auch bei Patienten.

00:03:52: Da gibt es erste Daten und Ende Erste Anzeichen, dass Patienten die psychisch gestärkt aufgrund eines Trainingseffektes in der Operation gehen, auch später weniger Risiko haben zum Beispiel eine Depression nach einer Operation zu erlangen.

00:04:07: Ganz konkret welche Dinge im Körpersystem kann Sport denn gezielt beeinflussen?

00:04:11: Woran vorstehen Mediziner gerade?

00:04:13: was wissen wir schon?

00:04:15: Ja, es ist sehr spannend.

00:04:16: Es ist ein komplexes Zusammenhänge von den Dingen die im Körper so passieren wo Sport einen Einfluss nimmt.

00:04:23: Wahrscheinlich das anschaulichste Beispiel ist Entzündung.

00:04:28: Wenn wir Sport machen kennen wir alle den Muskelkater und dass es uns nach dem Sport so etwas schlechter erstmal geht.

00:04:36: Das liegt daran, dass wir durch Sport auch eine Entzindung erst mal auslösen was gut für den Körper ist weil der.

00:04:41: Die Entzündung wird dann geheilt durch den Körper und wir untersuchen gerade in einer Forschungsansatz zusammen mit dem Max-Blank-Institut in Köln, ob man Patienten auf Entzünden vorbereiten kann.

00:04:55: Also anders gesagt, der Patient macht Sport und löst diese Entzündungsreaktion aus.

00:05:00: Kommt damit klar!

00:05:01: Wenn jetzt die Operation stattfindet, die ja ganz viel Entzindung durch den churogischen Schnitt, durch das Trauma... also dass die Operation per se macht Entzündenung, scheint es so oder kann wer es denkbar?

00:05:14: Das bestimmte Entzindungszellen bei diesen Patienten, die trainiert sind besser und in größerem Maße arbeiten, als bei denen die nicht trainiert sind.

00:05:24: Wir bereiten sozusagen die Patienten auf Entzündung vor.

00:05:29: Das zweite ist dass wir einen Forschungsansatz haben wo wir festgestellt haben das man bestimmte Zellen Die zur Tumorabwehr notwendig sind auch durch Training stimulieren können durch körperliche Aktivität.

00:05:45: da gibt es Deutsch gesagt, die sogenannten Natural Killer Cells.

00:05:50: Also die natürlichen Killer Zellen, die auf einen Tumor drauf gehen wenn er entsteht.

00:05:55: und diese Natural Killer Sells kann man durch Sport stimulieren.

00:05:59: da sind wir mit der Deutschen Sporthochschule in Köln in einer Kooperation und das wäre natürlich genial!

00:06:04: Wir haben natürlich noch keine Evidenz sondern wir forschen da gerade dran.

00:06:07: aber wenn dieses klappen würde dass man mit einem Training diese Abwehrzellen

00:06:13: auch

00:06:15: in der Anzahl und ihrer Funktion verbessern könnte, wäre das ein Schritt dorthin, dass man das Ergebnis nach einer Tumorankrankung noch verbessern konnte.

00:06:25: Wie viel?

00:06:25: Und was muss ich denn dann aber machen vor der OP damit ich sagen kann Ich gehe gut gestärkt in die Operation?

00:06:32: Es ist ja die Gretchenfrage.

00:06:33: es ist auch die Frage wieviel Sport muss sich machen, daß ich mich verbessere?

00:06:36: Das ist sehr komplex und die Sportwissenschaftler bezeichnen die Sport als eine Art Medikament.

00:06:44: Da gibt es eine Dosis und da gibt's auch eine Dauer, die ich den Sport verordnen kann oder machen muss.

00:06:49: Was wir wissen ist dass der Zeitraum vor einer Operation mindestens vier Wochen sein sollte.

00:06:55: wenn nicht die Zeit vor der Operation habe weil das ein ganz zeitaufschiebbarer Wahleingriff ist dann sollte ich diese vier Wochen auch nutzen.

00:07:03: Vom Umfang her lässt sich über einen Daumengepalt sagen, wenn ich eine Aktivität machen kann die mir Spaß macht.

00:07:09: Der eine schwimmt gerne der andere läuft gerne Dann sollte ich das zwei bis dreimal pro Woche machen und zwar in einer Intensität in einer Schwere dass ich mich bei der Aktion noch zum Beispiel beim Laufen unterhalten könnte also dass mein Puls nicht weiter hoch geht als vielleicht hundertzwanzig pro natürlich alter gerechnet.

00:07:31: muss man das schauen.

00:07:32: aber das ist ein ganz guter marken.

00:07:34: wenn man merkt dass man joggen geht mit dem freund oder freunden und man kann sich dabei noch unterhalten hat keine seitenstiche dann ist es eine intensität und tempo.

00:07:42: was gutes.

00:07:43: Vier Wochen.

00:07:44: Das klingt gut, vier Wochen das klingt überschaubar und machbar.

00:07:47: wenn ich jetzt aber ein Sportmuffel bin und sage Ich kann mich nicht zum joggen.

00:07:51: Ich kann mir nichts im Fitnessstudio durchringt gibt es andere Alternativen?

00:07:55: gibt es Routinen die ich sinnvoll in meinen Alltag integrieren kann die mir trotzdem helfen fit für eine Operation zu werden?

00:08:01: Grunde genommen ist dass abhängig davon wo man startet Wenn man Jetzt ein Couch potato ist sozusagen Und Nichts mit Bewegung Zu tun hat Man geht spazieren in einem mittelschnellen Tempo und merkt schon, dass man merkt der Körper schwitzt.

00:08:16: Man strengt sich an!

00:08:17: Ist das schon ausreichend?

00:08:19: Und das ist diese Körpererfahrung die man dann auch lernt was mich nach einer Woche vielleicht noch anstrengt.

00:08:26: Nach zwei Wochen dieser Routine ist es vielleicht nicht mehr so anstrecken weil der Körper sich daran gewöhnt.

00:08:31: Da ist man schon gefordert herauszufinden was einem Spaß macht.

00:08:34: Der eine geht gerne spazieren laufen und challenge sich ein bisschen und geht mal schneller unter einer halben Stunde für eine Wegstrecke zu bleiben, wo er sonst vierzig Minuten gebraucht hätte.

00:08:45: Da muss man sich kleine Ziele setzen damit man sich selbst nicht überfordert.

00:08:49: Warum brennen Sie für dieses Thema?

00:08:53: Ich brenne als Mediziner für dieses thema weil ich die Probleme im Krankenhaus sehe.

00:08:58: Ich sehe gerade bei ganz vielen Krebserkrankungen Patienten die nie was mit Sport zu tun hatten.

00:09:05: und dann kommt der Krebs und dann sollen sie operiert werden weil sie wollen ja noch überleben.

00:09:10: Und dann ist es manchmal so, dass wir sehen, dass die Patienten zwar operiert sind.

00:09:14: Vielleicht auch unter Umständen geheilt aber sie kriegen eine Komplikation und schaffen es nicht wieder zurück zum Leben sondern sie sind dann ganz schwer erkrankt nach der Operation, sind auf Intensivstation und ein Anteil dieser Patienten verstirbt auch nach der operation sodass Wir uns einen Ziel gemacht haben, die Patienten darauf besser vorzubereiten um das Ergebnis was nicht nur der Tumor ist rausoperiert sondern auch der Patient hat überlebt und kann wieder am Leben teilnehmen weil wir dieses Ziel einfach vor Augen haben.

00:09:46: Deswegen brenne ich dafür.

00:09:47: Das hört sich so an als ob es auch Patienten gibt die in unterschiedlichen Maße Patienten Gruppen die in verschiedenen Maßen davon profitieren.

00:09:54: Gibt es denn die wo sie sagen für die würde sich diese Vorbereitung besonders lohnen?

00:10:00: Ja, also es gibt unterschiedliche Bereiche wo das angewandt wird.

00:10:04: Es gibt in der Orthopädie große Studien die versuchen nach einer Knieoperation die Patienten fitter zu kriegen.

00:10:11: da ist es sicherlich sinnvoll das dort zu machen.

00:10:15: Mein Bereich ist eher die Bewegungstherapie bei onkologischen Erkrankungen also bei Krebspatienten und da eignet es sich für die Patienten die vor so eine Operation auch noch trainieren können.

00:10:29: Also, Betroffenen sind oder Eiken sind vielleicht nicht die Patienten, die durch die Krebserkrankungen schon so limitiert sind dass sie das Training nicht schaffen.

00:10:37: Und das muss man gut abwägen.

00:10:39: da ist auch nicht jeder geeignet.

00:10:40: aber in jedem Fall kann man mit ganz wenig Training schon viele erreichen bei fast allen Patienten

00:10:46: Im Klinikalltag.

00:10:47: da lässt sich das wahrscheinlich schwieriger integrieren?

00:10:51: Oder sehen Sie da Möglichkeiten wie man das einbauen kann in den Klinikaultag?

00:10:55: Ja Vorbild Da das europäische Ausland, es gibt Länder die haben da schon sehr gut auch von der Kostenseite integriert.

00:11:02: Zum Beispiel wenn wir in den Nachbarn an die Niederlande gucken dort weiß man schon von auch Kostenträger Seite von den Krankenkassen dass so ein Training sich lohnt weil sie durch einen kurzes Training vor der Operation was nicht so ultra teuer ist wie ein Fitnessstudio extrem viele Kosten sparen kann.

00:11:20: Wenn man sich vorstellt, dass ein Patient der nach der Operation auf Intensivstation nur einen Tag beatmet werden muss sind wir in einer Range von tausend fünfhundert Euro pro Tag die das kostet und da wird jedem klar, dass das auch gesundheitsökonomisch relevant ist.

00:11:37: In Deutschland ist es im Moment noch etwas schwierig weil wir natürlich unter einem hohen Kostendruck stehen.

00:11:42: auch zu Recht.

00:11:43: Wir haben in Deutschland mit den höchsten Gesundheitskosten in Europa.

00:11:49: Da ist es natürlich schwierig die Kostenträder davon zu überzeugen, deswegen muss man ehrlicherweise sagen hat das auch in Deutschland sich noch nicht etabliert.

00:11:56: Darüber hinaus brauchen wir noch gute Studien, die wirklich die klaren Beweis bringen dass es bestimmten Patienten wirklich was bringt dieses Training.

00:12:05: Es wäre ja fatal wenn wir Patienten das vorschlagen und den haben nicht genutzt.

00:12:09: gewünschten Effekt bei manchen Operationen muss das noch untersucht werden.

00:12:13: so insofern haben wir noch die Frage der Kosten tragenden Organisationen und dann aber auch die Frage der Evidenz, wo man mit sauberen Studien noch mal zeigen muss was es genau wirklich bringt.

00:12:24: Nichtsdestotrotz wissen wir schon dass das auf den Intensivstationen ein ganz bedeutender Faktor ist.

00:12:29: ob ich einen Physiotherapeuten bei meiner Seite habe damit mir frühzeitig anfängt zu trainieren und dass wir diese Physiotherapie auch in die Phase vor der Operation bringen.

00:12:38: das ist das Ziel der nächsten Jahre.

00:12:40: Wie viel Arbeit liegt da noch vor uns?

00:12:44: Es liegt auf jeden Fall einen großen Umbruch gerade vor uns, weil wir im Rahmen der Krankenhausreform nun zunehmend versuchen die Qualität der Medizin zu stärken und die Vorbereitung der Patienten vor der Operation ist ein großer Bauchstein in der Qualität.

00:12:58: So dass wenn das klappt, wenn wir es wirklich schaffen durch die Krankenhaus-Reform Darauf zu achten, wie wir qualitativ hochwertig vielleicht auch unabhängig von den Mengen.

00:13:09: Weil lange Jahre wurde.

00:13:10: es war Ziel möglichst viele Patienten zu behandeln.

00:13:13: wenn wir uns aber auf die einzelnen Patienten jetzt konzentrieren und dort auch die Patienten vorbereiten und dafür Geld locker machen dass die Patienten vorbereitet werden dann kann das gut funktionieren.

00:13:22: Aber ist noch ein weiter Weg für uns.

00:13:25: Ganz konkret ganz kurz gesagt was wünschen Sie sich von Patientinnen, Patienten und vor allem auch von unserem Gesundheitssystem?

00:13:33: Da ist es vor allen Dingen zweierlei.

00:13:36: Zum einen sind natürlich die Patienten aufgefordert Gesundheitskompetenz zu erlangen, das ist so dass wir die Patienten brauchen die sich selber informieren über Krankheiten und auch über was wie Sie jetzt auch gesagt haben.

00:13:51: Was kann ich tun?

00:13:53: Das ist im Neudeutschen eben diese Health Literacy die genannt wird.

00:13:56: Es ist die Gesundheits Kompetenz die ein jeder haben kann.

00:14:00: Wir haben uns da etwas wegbewegt von früher.

00:14:03: Früher haben wir Generationsübergreifend, hat die Oma gesagt was mache ich wenn das Kind Fieber hat?

00:14:08: Es zittert es hat Schüttelfrost!

00:14:09: Was kann ich da machen?

00:14:10: Da hat man sich selber ein bisschen geholfen und die Kompetenz erlangt.

00:14:13: Man muss aus dieser Position rauskommen dass man nur alles erwartet vom Gesundheitssystem, dass man bedient wird.

00:14:19: Das geht in den letzten Kosten intensiven Zeiten nicht mehr.

00:14:23: Insofern wir brauchen die Patienten, die sich informieren, die engagieren, auf der anderen Seite brauchen wir aber auch in das Gesundheitssystem, was wiederum Zeit vor der Operation einräumt.

00:14:38: Wir haben im Moment eine Entwicklung, dass wir versuchen alles viel kürzer zu machen.

00:14:41: am besten den Patienten am Tag der OP erst einladen und am nächsten Tag rausschmeißen damit alles ambulantisiert wird.

00:14:47: so nennt man das.

00:14:48: Das ist aber nicht der richtige Weg.

00:14:50: beim bestimmten Patienten muss man mehr aufpassen Man muss sie früher sehen als Arzt, man muss die gut vorbereiten um nach hinten raus dann auch die Komplikationen zu senken, weil die kosten erst richtig Geld.

00:15:00: Das heißt am falschen Ende dürfen wir nicht sparen sondern wir müssen da investieren und die Patienten von profitieren.

00:15:06: Da hängt ja immer beim Patienten auch ganz viel mit dran möchte ich mich informieren, möchte ich gut vorbereitet sein.

00:15:12: gibt es denn eigentlich auch die Gruppen wo sie sagen die sind ganz typisch dafür?

00:15:17: gerade die müssen wir besonders erreichen.

00:15:19: das sind die sich vielleicht vorher ein bisschen zuviel vergessen und denen das dann auf die Füße fällt, wenn sie mal operiert werden müssen.

00:15:27: Ja ich sehe ja dass umgekehrte Patienten werden manchmal schockiert von einer Krebsdiagnose Und diese sind sehr empfänglich dafür zu sagen Ich will einfach nur leben.

00:15:37: was kann ich tun?

00:15:38: Die muss man teilweise bremsen, dass sich nicht über anstrengend vor eine Operation.

00:15:41: Die machen sehr gut mit bei dem Training.

00:15:43: Es ist ja auch nur menschlich.

00:15:45: Wenn ich gesund bin denke ich an meine Gesundheit nicht also an meinen Körper selten.

00:15:52: Ich glaube, da haben wir eher so ein gesellschaftliches Problem.

00:15:56: Dass wir versuchen müssen den Patienten dann auch schon wenn sie vielleicht eine einfache Knieentzündung haben oder einen abgenutzten Knie einer sogenannten Arthrose dass man ihnen sagt naja diese Knieprothese rein zu operieren ist nicht das Problem.

00:16:11: aber du musst mitmachen Du musst vielleicht über nachdenken ob das Gewicht noch etwas zu reduzieren ist Ob du dein Lebenstier etwas ändern kannst.

00:16:19: Und es gibt eine Gruppe von Patienten, die das einfach nicht wissen und dann einfach sagen ist es voll super dass mir das mal einer erzählt.

00:16:26: Es gibt unter des weiteren noch einen medizinischen Strang der nennt sich funktionelle Medizin.

00:16:32: Das ist ein Bereich, der weggeht von der Schulmedizin.

00:16:35: Von Medikamentengabe alleinig, sondern dahin zu einem gesunden Leben wo man über seine Ernährung nachdenkt und die Bewegungen nachdenkht.

00:16:43: Über viele Dinge mal auch anfängt nachzudenken bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, wenn man krank ist.

00:16:48: Und da gibt es eine große Akzeptanz in der Bevölkerung auch in diesem Bereich wo Menschen wirklich sagen ja das wusste ich bisher noch nicht Es ist interessant Ich tue da was gegen!

00:16:57: Das ist auch möglich.

00:16:59: Also schon bei den kleinen Erkrankungen, bei den Kleinen Problemen.

00:17:02: Die Dinge die schnell erledigt sind da schon sensibilisieren für den Fall wenn vielleicht mal die ernsthafte große Erkrankung anklopft.

00:17:12: Genau!

00:17:12: Den Lebensstil besprechen.

00:17:15: es gibt ja auch Menschen die sich ein Personal Coach holen oder die einfach auch da mehr wissen möchten und dem man mit einfachen Tipps und Tricks sagen kann, wie sie vielleicht die Ernährung optimieren können.

00:17:24: Wie Sie vielleicht auch die Bewegungen initiieren können oder beginnen können ohne dass es so anstrengend ist.

00:17:31: Ich sehe das häufig so, dass Menschen dann zu viel machen.

00:17:35: Die wollen was tun und überfordern sich und dann geben sie auf!

00:17:39: klassische Sache mit Fitnessstudios, wo man sich anmeldet und dann nach zwei Monaten keinen Lust mehr hat weil man überfordert ist.

00:17:47: Das heißt kleine Ziele setzen die verträglich sind die ein nicht zu quälen und einfach ins Leben integrieren.

00:17:53: das ist der beste Tipp den man geben

00:17:55: kann.

00:17:56: wenn ich heute anfangen möchte was es ihr ganz persönlicher tip denn ich aus diesem gespräch mitnehmen kann um fit in eine mögliche op in der zukunft zu gehen

00:18:07: Ja, also wichtig ist die Motivation.

00:18:09: Also Sie müssen etwas finden wo sie motiviert sind auch längerfristig daran zu arbeiten.

00:18:15: für den einen ist dass das Joggen gehen für einander schwimmen das Rad fahren oder auch einfach das Spazieren gehen dann müssen sich kleine Ziele setzen.

00:18:24: also wenn sie vielleicht eine halbe Stunde spazieren gegangen sind machen sie die nächsten mal dann nächste Woche vielleicht mal vierzig Minuten und so steigern sie sich auch vielleicht in einem schnelleren Tempo, sodass Sie es gerade noch aushalten.

00:18:37: Und das ist ihr aber trotzdem etwas fordert.

00:18:39: Mindestens zwei bis drei Mal die Woche ist ein ganz guter Tipp dass man eine Regelmäßigkeit drin hat Und es reichen auch vor allen Dingen Übungen, die wenig Aufwand haben.

00:18:49: Also wenn man zum Beispiel morgens und abends kurze zehn Minuten Übung macht wie z.B.

00:18:56: Sit-Ups oder Liegestütze.

00:18:58: Oder wenn man sich belastet indem man mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt oder vielleicht auch mal die Treppe nimmt und nicht den Fahrstuhl das sind auch ganz gute Sachen dass man einfach das in sein Leben und seinen Alltag integriert.

00:19:10: Was neuere Medien auch helfen können, sind die Motivationen zu steigern.

00:19:14: Es gibt ja diverse Apps um eine nur zu nennen.

00:19:17: Die Strava App zum Beispiel ist eine App wo ich mich in der Community organisieren kann und dort auch an Feedback bekomme wenn ich meine Ziele erreicht habe.

00:19:26: natürlich auch Kritik wenn ich sie nicht beeindruckt hab.

00:19:28: aber es hat gezeigt dass es auch hilfreich ist mit anderen Kontakt zu sein die einen motivieren und einem einen sogenannten Kudo einen Daumen hoch geben wenn man ein bestimmtes Ziel erreicht hat mit Sport weiterentwickelt hat, um sich zu verbessern.

00:19:43: Gemeinsam geht es oft leichter?

00:19:45: So ist es!

00:19:46: Gemeinsamt geht es auf leichter und deswegen sind wir als Mediziner auch für die Patienten da, dass wir es gemeinsam schaffen.

00:19:52: Frühzeitig an der eigenen Fitness arbeiten und dann im Ernstfall davon profitieren.

00:19:56: Prähabilitation statt Rehabilitation dafür wirbt Prof.

00:20:00: Robert Schier.

00:20:01: Vielen Dank für dieses spannende Gespräch.