Ein Leben retten – Warum jeder helfen kann und sollte

Shownotes

Plötzlich steht das Herz still. Nun zählt jede Sekunde. Doch gerade Laien schrecken oftmals davor zurück, selbst tätig zu werden, wenn ein anderer Mensch einen Herzstillstand erleidet. Dabei ist gerade diese erste Hilfe, bis die Notfallmediziner vor Ort sein können, von essenzieller Bedeutung.

In dieser Folge unserer Podcast-Serie ist Dr. Matthias Kalmbach, Notfallmediziner und Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notallmedizin am Klinikum Fulda, zu Gast. Er erklärt, was bei einem plötzlichen Herzstillstand im Körper passiert, warum im Ernstfall jede Hilfe zählt und jede/r mit Hilfe von Reanimation dazu beitragen kann, Leben zu retten.

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00:00:01: Kommt es bei Menschen zum Herzstillstand, dann zählt jede Sekunde.

00:00:04: Doch gerade als Lein schrecken wir oftmals davor zurück hier tätig zu werden!

00:00:08: Dr.

00:00:08: Matthias Keimbach, Notfallmediziner und Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie intensiv-und notfallmedizin am Klinikum Fulda möchte deshalb dafür sensibilisieren, dass im Ernst Fall jede Hilfe zählt.

00:00:20: Wie

00:00:20: kann jeder dazu beitragen, Menschenleben zu retten?

00:00:23: Und wie geht das mit der Reanimation

00:00:25: überhaupt?!

00:00:26: Darüber sprechen wir in dieser Podcastfolge.

00:00:29: Herzlich willkommen, Herr Dr.

00:00:30: Keinbach!

00:00:30: Ja vielen Dank!

00:00:32: Schön dass Sie da sind.

00:00:33: wir haben natürlich viele Fragen vorbereitet für sie.

00:00:36: was bedeutet es denn zum Beispiel ein Leben zu retten aus Sicht eines Anästhesisten und Notfallmediziners?

00:00:43: Ja ich sage mal das ist natürlich schon ein schönes Gefühl ja wenn man merkt dass all die Zahnräder die für eine gute Reanimation eine gute Wiederbelebung zusammengreifen müssen ineinander greifen und man am Ende des Tages tatsächlich jemandem ein zweites Leben geschenkt hat.

00:01:06: Und Patienten, die auch davon berichten können, nehmen das so wahr, dass sie einen zweiten Geburtstag haben, dass ihnen ein zweides Leben geschänkt wurde.

00:01:20: Das ist natürlich schon auf der einen Seite auch Dankbarkeit unsererseits dass das alles so gut geklappt hat, eine gewisse Demut vielleicht auch tatsächlich und aber alles in allem schon ein schönes Gefühl.

00:01:37: Sie möchten ja vor allem auch Line animieren, dass sie im Notfall eingreifen oder zumindest versuchen wiederzubeleben?

00:01:45: Wie häufig kommt es denn überhaupt

00:01:46: vor,

00:01:46: dass Line in Notfällen eingreifend müssen?

00:01:50: Es ist so, dass die meisten plötzlichen Herztode oder Herz-Kreislaufstillstände im häuslichen Umfeld stattfinden.

00:01:59: Ungefähr sechzig Prozent, zwanzig Prozent davon und nochmal zwanzich Prozent tatsächlich so im öffentlichen Raum also Straßenverkehr beim Einkaufen, beim Sport.

00:02:10: das heißt die wenigsten Patienten haben einen Herz Kreislauf stillstand irgendwo in medizinischen Umfeld im Krankenhaus oder so.

00:02:18: und von daher ist es schon entscheidend dass Im Prinzip jeder eigentlich weiß, was zu tun ist wenn jemand einen Herzstillstand hat.

00:02:27: Weil der Rettungsdienst braucht im Schnitt in Deutschland ungefähr acht bis zehn Minuten.

00:02:33: Das ist tatsächlich eigentlich zu lange muss man sagen.

00:02:36: also für ein Herzkreislauf-Stilstand ist die Zeit zwischen das Herzbleib stehen und der Rrettungsdienz kommt ist es eigentlich zu lang und deswegen ist es so wichtig dass jeder weiß Was zu tun isst und auch ein Herz Kreislauf Stillstand erkennt.

00:02:51: Ja, wir sehen das immer wieder.

00:02:53: Wir machen ja auch seit vielen, vielen Jahren im Klinikum in der Eingangshalle im Rahmen der Woche der Wiederbelebung unseren Tag der Wieder Belebung und wenn man mit den Leuten ins Gespräch kommt dann merkt man immer wieder dass da einfach eine gewisse Hemmschwelle besteht Und das ist einfach so was es gilt Stück für Stück abzubauen

00:03:13: Sie haben das eben auch schon angedeutet, also in einem solchen Fall dass ein Herzkreislauf stehenstand stattfindet.

00:03:19: Da zählt im Grunde jede Sekunde.

00:03:21: Richtig

00:03:21: ja!

00:03:22: Wieso?

00:03:22: Was passiert denn da eigentlich genau?

00:03:23: Also für uns leiden entweder einen menschlichen Körper...

00:03:26: Ja, also letztendlich ist es so, dass aus irgendeinem Grund erstmal des Herzaufhörts zu schlagen oder zumindest nicht mehr so schlagen kann ,dass ausreichend Blut durch den Körper gepumpt werden kann.

00:03:39: und Es gibt einfach Organe die können das eine gewisse Zeit tolerieren Ohne dass sie einen Schaden nehmen, das Organ was es nicht so richtig gut kann ist tatsächlich das Gehirn.

00:03:49: Und da kommt es nach drei bis fünf Minuten ohne dass quasi frisches Blut wieder ankommt zu Schäden die dann auch nicht mehr zu beheben sind.

00:04:00: Deswegen is eben jede Sekunde die nichts gemacht wird so entscheidend dafür wie der Mensch am Ende des Tages das ganze überlebt.

00:04:10: Und unser Anspruch ist ja nicht nur, dass die Menschen alle quasi überleben und das Herz wieder schlägt sondern dass sie eben tatsächlich auch gut überleben.

00:04:17: Und eben am Ende auch zu uns kommen können und sagen können Mensch, bin ich froh, dass ihr da gewesen seid.

00:04:24: Bin ich frohe, dass meine Sportkollegen die Maßnahmen ergriffen haben, die notwendig gewesen sind.

00:04:29: Das geht eben nur wenn man schnell eine Herzdruckmassage macht.

00:04:33: Dafür ist der Rettungsdienst nicht schnell genug und deswegen ist es so wichtig, dass man eben die Arbeit des Herzens.

00:04:40: das ist ja im Prinzip das was wir mit einer Herzdruckmassage machen.

00:04:43: Wir komprimieren also wir drücken das Herz in Prinzip zusammen und sorgen so dafür, dass das Blut aus dem Herz vor allen Dingen ins Gehirn ankommt und dass wir versuchen einen kleinen Kreisel auf ein Minimalkreislauf aufrecht zu erhalten damit das Gehirnen doch mit bisschen Blut und Sauerstoff versorgt wird zu einem größeren Schaden im Gehirn kommt.

00:05:08: Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich als Laie in einer solchen Situation bin dann denke ich oh da kann ich aber vielleicht noch viel mehr verschlimmern oder?

00:05:15: Inwiefern ist das sagen wir mal vielleicht unbehäufene eingreifen eines Laien denn trotzdem hilfreich?

00:05:21: Der schlimmste was du machen kannst ist nichts zu machen.

00:05:24: und ja natürlich es werden sicherlich.

00:05:28: Er wird die eine oder andere Rippe brechen, weil ich natürlich das Brustbein zusammendrücken muss.

00:05:32: Damit sich das Herz zusammendrücken kann und das Blut aus dem Herz rausgepumpt wird.

00:05:37: Man muss sich immer überlegen der Mensch ist ohne meinen Eingreifen tot!

00:05:41: Und er bleibt es.

00:05:42: wenn ich nichts mache bleibt ja auch tatsächlich tot.

00:05:45: Mir wäre es fast lieber Ich habe drei gebrochene Rippen als ich wach von einem Herzkreislauf stillstand nicht mehr auf.

00:05:51: Nun haben wir schon ein bisschen darüber gesprochen, was ich tun kann.

00:05:55: Was ich tun darf?

00:05:56: Was sollte ich denn aus medizinischer Sicht auf keinen Fall

00:05:59: tun?".

00:06:00: Im Prinzip kann man nichts falsch machen tatsächlich.

00:06:03: Wovor haben die Leute Angst?

00:06:05: Vielleicht habe ich das irgendwie falsch eingeschätzt.

00:06:07: vielleicht braucht er jenige dass der gar nicht fährt ist er gar nicht tot.

00:06:11: Ich sage mal wenn man das überprüft und der Meinung ist wer braucht es jetzt?

00:06:15: dann macht man das einfach.

00:06:17: im Zweifelsfall Merkt man schon, wenn man auf dem Brustkorb drauf drückt, dass derjenige plötzlich sich doch wieder bewegt.

00:06:23: Dann weiß man okay ich brauche es jetzt doch nicht machen.

00:06:28: Über die gebrochenen Rippen hatten wir schon gesprochen.

00:06:30: also das wird sicherlich passieren.

00:06:33: da darf man aber keine keine Angst vorhaben tatsächlich.

00:06:37: Das ist... Die Leute gucken einen immer so ein bisschen komisch an Wenn man sagt ja das isso.

00:06:41: Niemand möchte jemandem ein Knochen brechen!

00:06:44: Das ist ganz klar für uns Notfallmediziner oder für die, die aus dem Bereich der Notfall-Medizin kommen.

00:06:51: Ob jetzt das Rettungsdienst Fachpersonal oder in der Klinik, Notaufnahmepflege und Anästhesiefpflege?

00:06:57: Für uns ist das Routine und für uns ist es klar, dass da Rippen kaputt gehen.

00:07:02: Da ist halt unsere Aufgabe als Fachleute zu sagen ja so ehrlich müssen wir sein.

00:07:08: Das passiert, das kann passieren, das wird wahrscheinlich auch passieren aber es ist nicht schlimm, dass eine Rippe bricht oder zwei oder drei Und von daher ist es eigentlich gar nicht so, dass man da groß was falsch machen kann oder das man sagt, nee also das auf keinen Fall machen.

00:07:25: Auch die Frage immer nach der Mund zu Mund- oder Mund zur Nasebeatmung, das lernt man ja auch in den ersten Hilfekursen immer, dass das dazu gehört.

00:07:35: Ja, das ist auch so, das gehört tatsächlich dazu.

00:07:38: aber es ist auch nicht so ,dass man das unbedingt machen muss.

00:07:42: Also es auch nicht falsch wenn ich sage Ich kenne denjenigen jetzt gar nicht.

00:07:46: Der ist hier an der Kasse im Supermarkt vor mir zusammengebrochen und das ist vielleicht so etwas, wo ich sage, das muss ich jetzt nicht unbedingt machen.

00:07:55: Dann ist es auch nicht falsch keine Mund zu Mund oder Mund zur Nasenbeatmung zu machen solange ich eine Herzdruckmassage

00:08:03: mache.".

00:08:04: Eine Frage die da bei mir aufkommt ist wie kann ich mich als Ersthelfer selbst schützen?

00:08:09: Darf ich das?

00:08:09: Ist das okay wenn ich da bestimmte Grenzen

00:08:12: setze?".

00:08:13: Definitiv.

00:08:14: Man muss sich auf keinen Fall selbst in Gefahr begeben, sage ich mal jetzt.

00:08:18: Wir sagen im Rettungsdienst immer so die Frage ist die Situation für mich sicher?

00:08:23: Bevor man in eine Situation reingeht das ist ein Blick gibt es irgendwelche Stromkabel irgendwas was mir auf den Kopf fallen könnte oder solche Sachen?

00:08:31: Das Thema Beatmung muss nicht unbedingt sein und ich sag mal bei der Herz Druckmassage.

00:08:38: im eigentlichen Sinne kann jetzt auch nicht Wahnsinnig viel passieren, ich kann mich nicht irgendwie infizieren.

00:08:43: Also auch die Frage vielleicht hat der ja irgendwelche ansteckenden Krankheiten oder sowas?

00:08:49: Da besteht kein Risiko dass man sich mit irgendwas ansteckt.

00:08:53: tatsächlich bei der reinen Herzrückmassage.

00:08:56: Nun ist mein letzter erster Hilfekurs schon eine ganze Weile her und ich denke das geht vielen Menschen so.

00:09:01: Führerschein beispielsweise da hat man das letzte mal damit zu tun gehabt.

00:09:05: Können Sie mir nochmal erklären was mache ich im Fall Eine Reanimation ganz konkret.

00:09:10: Was sind diese typischen Dreistritte der Reanimations?

00:09:13: Klar, also die drei Schritte das ist dieses Prüfen rufen drücken da können wir gleich im Einzelnen nochmal eingehen.

00:09:19: es tatsächlich bei vielen Menschen ja das Problem dass sie sagen ja ich habe damals mit absehnten achtzehn oder vielleicht sogar mit sechzehn erste Hilfekurs gemacht für den Hührerschein und wenn man beruflich nicht irgendwie damit zu tun hat weil man vielleicht irgendwie im Betrieb Ersthelfer ist oder sowas dann machen die Leute das auch nicht.

00:09:40: Was auch ein bisschen schade ist, wir haben keine gesetzliche Pflicht, dass man das alle fünf Jahre wiederholen muss.

00:09:48: So hat die Frage ob man immer alles zur Pflicht machen muss.

00:09:52: aber ich sage mal doof ist es natürlich nicht wenn man sich selber alle paar Jahre mal so ein bisschen refreshed bei dem Thema.

00:10:01: Und zu den drei Schritten, das Prüfen.

00:10:05: Ich muss natürlich erst mal gucken, reagiert der Mensch auf mich?

00:10:08: Manche schlafen vielleicht auch einfach nur oder haben jetzt... irgendwas anderes, dass sie gerade nicht auf mich reagieren können.

00:10:19: Das heißt ich gehe hin zu demjenigen sprechen an kann auch mal rütteln was sich jetzt nicht machen muss.

00:10:24: ich brauche jetzt keinen riesen schmerz also nicht in die nase kneifen oder sonst irgendwas sondern einfach mal ansprechen und an den Schultern mal rütten.

00:10:31: und hören Sie mich hören Sie mir können Sie mich verstehen?

00:10:34: Und wenn derjenige dann nicht reagiert da kann ich noch gucken ob derjenig für mich normal atmet.

00:10:40: Also hat er Atmet der, so wie ich vielleicht auch atme.

00:10:44: Vielleicht ein bisschen langsamer weil ich in der Situation natürlich ein bisschen aufgeregt bin.

00:10:49: und wenn nicht der Meinung bin dass er nicht normalatmet, nicht so wie Ich eine normale Atmung einschätze Dann kommt der nächste Schritt schon.

00:10:58: dann kommt es rufen das ich nehme mich frühzeitig um Hilfe rufe Und damit ist nicht nur der Notruf also die einzelns zwei tatsächlich gemeint sondern eben auch Gucken, habe ich die Möglichkeit mir noch eins zwei drei andere Leute in dieser Situation dazu zu holen.

00:11:15: Und was da auch immer hilft ist ganz konkret Die leute ansprechen sie in dem schwarzen top.

00:11:22: ja schwarzer top und grüner rock.

00:11:25: können Sie mir mal helfen?

00:11:26: oder können sie den notruf wählen?

00:11:28: Können sie die eins ein zwei anrufen?

00:11:31: Weil wenn man die leuchte konkret anspricht dann gehen die auch nicht weg.

00:11:35: Wer so konkret angesprochen wird, der geht nicht weg.

00:11:37: Wenn man nur in die Runde ruft und sagt, könnte mir vielleicht mal jemand... Die meisten gucken weg und sagen, ah, vielleicht hat er mich ja nicht gesehen.

00:11:47: Also ganz konkret ansprechen!

00:11:49: Und dann natürlich die Einzeiten zwei anrufen.

00:11:51: und da es in der heutigen Zeit ist das auch dank der Technik haben wir ob jetzt Handy oder selbst zu Hause mittlerweile hat, haben die wenigsten ein Telefon was noch irgendwie mit Kabel und Tasten ist.

00:12:06: Sondern die meisten Telefone haben eine Freisprecheinrichtung.

00:12:11: Und das wissen auch viele nicht.

00:12:12: wenn man die Einzeiten zwei anruft und sagt hier ist jemand bewusstlos.

00:12:17: Die haben einen Algorithmus.

00:12:18: nachdem sie abfragen und mir dann auch Hilfestellungen geben können Prüfen Sie nochmal das, prüfen noch mal dass und wenn das auch nicht dann machen sie jetzt Folgendes.

00:12:27: Das heißt die leiten mich da durch und sagen mir auch okay jetzt müssen sie den Brustkorb so gut es geht frei machen sich das Brustbein aufsuchen in der Mitte und damit beiden Händen und dem Handballen drauf drücken und dann geben die auch das Tempo tatsächlich vor.

00:12:45: Das heisst ich kriege da eine Hilfe was ich eigentlich machen muss und das ist dann tatsächlich auch der Dritte Punkt nämlich das Drücken.

00:12:52: Das heißt, ich darf mir menschliche Hilfe holen indem ich Menschen konkret anspreche und ich bekomme sie auch über das Telefon.

00:12:58: Wie sieht es mit technischer Hilfe aus?

00:13:00: Also ein Defibrillator beispielsweise wann nutze ich den?

00:13:03: wie nutze sich denn?

00:13:04: Das Thema AID steht ja für automatische externe Defibrillerate d. h., dass ist eigentlich ein Gerät was eben diesen Stromstoß abgibt ohne dass sich groß was dazu tun muss.

00:13:16: da gibt's unterschiedliche Geräte die funktionieren alle bisschen unterschiedlich.

00:13:19: manche sind Vollautomatsch, das heißt ich muss es nur anschließen und das Gerät macht alles.

00:13:24: Es gibt halbautomatische Geräte wo ich sozusagen nochmal aktiv den Stromstoß abgeben muss wenn das Geret sagt Das musst du jetzt machen.

00:13:32: Die verbreiten sich ja mittlerweile immer mehr Sportstätten die das haben öffentliche Plätze Banken also überall wo viele Menschen sind Hängen immer mehr von diesen Geräten.

00:13:45: Die sind im Prinzip sehr einfach zu bedienen.

00:13:47: aber da ist die Hemmschwelle.

00:13:49: Wenn ich jetzt sage, also... Ich habe das so oft gehört.

00:13:52: Ich mache eine Herzdruckmassage.

00:13:54: Das ist das Eine!

00:13:56: Aber ein Gerät zu holen wo Strom dann abgegeben wird und die Hemmschwelle ist noch mal etwas größer und deswegen ist es hilfreich Wenn zum Beispiel Sportvereine sich so ein Gerät anschaffen, dass man mal gemeinsam einen Kurs macht.

00:14:11: So eine erste Hilfekurse.

00:14:12: in der Aufrüstung wird das Thema ID mittlerweile auch immer mit erwähnt und erzählt wie es funktioniert.

00:14:20: Das hilft tatsächlich wenn man es einmal gesehen hat und weiß wie das Gerät funktioniert und welche... Dass man da auch im Prinzip nichts falsch machen kann weil das Geräte sagt mir ob dieser Mensch jetzt einen Stromstoß braucht oder nicht Und wenn er den nicht braucht, kann ich ihn auch nicht auslösen mit dem Gerät.

00:14:41: Also von daher technische Hilfe ja!

00:14:43: Wenn ich weiß wo so ein Gerät ist dann macht es auch Sinn.

00:14:46: Ich habe ja gesagt frühzeitig auch Hilfe holen also auch sozusagen physisch Hilfe holend in dem Sinne dass ich mir mehr Menschen dazu hole und wenn ich weiß hinten in der Bank da eine Eingangsfalle da hängt so ein gerät dann kann ich einen da auch hinschicken und sagen bitte holen sie das Gerät.

00:15:05: Wenn dann die Rettungskräfte vor Ort sind, muss ich ja nicht einfach verschwinden.

00:15:08: Ne, genau!

00:15:10: Sollte ich auch nicht verschwimmen, sondern vielleicht weiterhin unterstützen?

00:15:13: Wie kann ich das machen wenn ich am Unfallort bin und dann die Rettungskräfte da sind?

00:15:17: Das hängt tatsächlich immer davon ab ob es jetzt, wenn's im häuslichen Umfeld zum Beispiel ist... Dann habe ich natürlich Information, wenn es jetzt mein Vater ist, meinen Mann oder meine Bruder, dann kann ich natürlich erzählen also Der hat die und die Erkrankungen, die und Allergien nimmt.

00:15:35: Die Medikamente das hilft natürlich extrem Wenn es jetzt im öffentlichen Raum irgendwo ist oder sagen wir mal auf Sportplätzen.

00:15:45: zum Beispiel gibt einige Berichte Wir haben auch mal einen Fall in Alchenzell auf dem Sportplatz dann nachgestellt.

00:15:53: Die konnten natürlich auch was dazu sagen weil sie ihn einfach vom Sport her kannten die wussten wer das ist dass er schon paar Jahre Herzprobleme hat.

00:16:01: Das hilft natürlich.

00:16:02: Wenn ich jetzt gar nichts sagen kann, dann kann ich aber immer noch mit unterstützen dass ich ihm auch die Herzdruckmassage mache.

00:16:08: Weil auch wenn die Rettungskräfte eintreffen, dann kommt erstmal ein Rettungswagen angefahren mit zwei bis drei Personen und dann kommt das Notarzt-Einsatzfahrzeug noch dazu mit dem Notarz und einem zusätzlichen Notfallsanitäter.

00:16:22: Und da hilft es natürlich schon, wenn noch Leute dabei sind, die einfach mit bei der Herzdrucksmassage unterstützen können Leitstelle, also die eins und zwei schon die Unterstützung bekommen was ich machen muss.

00:16:36: Und dann sind natürlich die Profis vor Ort und können direkt sagen bisschen schneller drücken so drücken oder vielen Dank wir übernehmen jetzt.

00:16:44: genau.

00:16:45: das klingt so als ob wirklich jeder helfen kann.

00:16:49: richtig richtig genau so ist es

00:16:51: Um das zu unterstützen und uns noch ein bisschen zu schulen, uns Leinen gibt es im Klinikum Fulda ja auch Kurse.

00:16:57: Reanimation für Leinen heißen die?

00:16:59: Was kann ich da bei Ihnen lernen?

00:17:01: Wie sehen solche Kurse aus?

00:17:02: was erwartet mich

00:17:03: da?

00:17:04: Also wir machen unterschiedliche Formate, was wir von unserer Abteilung ausmachen ist dass wir im Rahmen dieser Woche der Wiederbelebung immer so ein öffentliches Reanimationstraining machen und dann machen wir genau das.

00:17:17: wie funktioniert ein ID Wie funktioniert eine Herzdruckmassage?

00:17:21: Was kann ich tun?

00:17:23: und wir beantworten.

00:17:25: Das Wichtigste ist eigentlich, dass diese ganzen Fragen oder Ängste die Menschen im Kopf haben.

00:17:33: Dass wir genau das eben besprechen und versuchen den Menschen diese Angst zu nehmen was falsch zu machen.

00:17:38: Das ist eigentlich das Entscheidende, das ist das was wir im Prinzip den ganzen Tag machen nämlich sagen ja es können Rippen brechen nein sie können nichts falsch machen.

00:17:49: Das sind die Sachen, die wir da versuchen zu vermitteln.

00:17:55: Und was wir auch sehen gerade wenn man mal den Blick sozusagen etwas über den Tellerrand hinaushebt und guckt wie machen das andere Länder?

00:18:03: ganz entscheidend ist auch dass wir das Thema in die Schulen bringen.

00:18:08: also wir wissen dass Kinder da Kinder Jugendliche viel offener mit diesem Thema umgehen und Angstbefreiter im Prinzip machen.

00:18:19: und wenn wir in Klasse fünf sechs sieben damit anfangen dann haben die noch gar nicht so eine große Hemmschwelle.

00:18:27: Und wenn wir das flächendeckend einführen könnten, dann hätten wir das Problem gar nicht dass wir irgendwann im Erwachsenenalter so ne große Hemmschwelle haben die wir jetzt versuchen abzubauen mit all diesen Aktionen die wir machen.

00:18:40: Das heißt auch ohne jegliches Vorwissen das lernen wir gut.

00:18:42: ein Beispiel der Schulkinder kann ich zum Helfer werden.

00:18:46: Also auch ein Zehnjähriger kann eine Herzdruckmassage machen.

00:18:49: Wie oft sollte ich das wissen, was ich dann beispielsweise in einem solchen Kurs bekommen habe?

00:18:54: Wie oft sollte ich das auffrischen?

00:18:55: Was würden Sie sagen?

00:18:58: Da gibt es keine wirklich guten Untersuchungen dazu, dass man jetzt sagt aber ich sage mal alle fünf Jahre ist sicherlich nicht verkehrt wenn man da mal so einen Refrescher macht und sich mit dem Thema mal befasst

00:19:12: Weil ich Angebote gibt es denn noch neben Kurzen wie dem erste Hilfe, wie die Reanimation für Laienkurs beispielsweise?

00:19:19: Also es gibt natürlich jede Hilfsorganisation bietet erste Hilfekurse an.

00:19:25: Das sind im Prinzip die, die ich auch für einen Führerschein machen kann und das ist sozusagen immer ein gutes Tool.

00:19:36: Für die sich mehr engagieren wollen gibt's natürlich aber mal die Möglichkeit eben tatsächlich... sich ehrenamtlich in dem Bereich zu engagieren, ob das über die freiwillige Feuerwehr ist oder über die Hilfsorganisationen, die wir hier im Landkreis haben.

00:19:49: Da werden diese Themen natürlich auch regelmäßig jährlich geschult.

00:19:55: Schauen wir nochmal auf die menschliche, auf die persönliche Ebene.

00:19:58: Sie sind alle Mediziner und Profis aber sie sind eben auch Menschen aus Sicht eines Notfallmediziners.

00:20:03: Was sind so Ihre persönlichen Erfahrungen?

00:20:06: Was sind Situationen, in denen Hilfe Leben gerettet hat, Situationen die im Kopf und vielleicht auch im Herzen bleiben.

00:20:14: Also wie gesagt wir hatten jetzt vor relativ kurzer Zeit eben tatsächlich diesen Fall in Eichenzell auf dem Tennisplatz wo diese Kette so gut tatsächlich funktioniert hat dass derjenige der da einen Herzkreislaufstillstand gehabt hat Ich sage mal ein halbes Jahr später für ein Video zur Verfügung stand, um genau diese Situation nachzudrehen.

00:20:40: Und das ist natürlich schon ein extrem schönes Beispiel dafür wie es sein kann wenn die Zahnrädchen alle so gut ineinander greifen.

00:20:51: und das ist auch für uns Notfallmediziner natürlich schön weil wir halt auch viele ich will jetzt gar nicht negativ Beispiele nennen Das klingt irgendwie nicht richtig.

00:21:04: Aber Beispiele eben sehen, wo vielleicht keiner da gewesen ist oder aus irgendwelchen anderen Gründen diese Zahnräder nicht so ineinander gegriffen haben und ja, wo wir dann tatsächlich auch nicht mehr allzu viel tun können.

00:21:23: Und das ist manchmal halt tatsächlich auch schade weil man sagt hätte vielleicht anders ausgehen können, weiß man natürlich nie.

00:21:34: Und deswegen sind eben viele Notfall oder viele aus dem Bereich der Notfallmedizin nicht nur die Ärzte sondern auch das Rettungsdienst Fachpersonal so engagiert in diesen Themen Wiederbelebung und Leinreanimation fördern und stärken sind engagiert bei unserem Tag der Wiederbelebung im Klinikum, sind engagieren im Bereich der breiten Ausbildung, engagieren in dem Bereich der erste Hilfekurse.

00:22:02: Weil sie eben genau das sehen was passieren kann wenn niemand da ist oder sich niemanden Herz greift und eingreift.

00:22:10: Klingt so als ob Dankbarkeit und auch Empathie eine ganz große Rolle in ihrem Beruf spielen denn wiefern ist das wichtig?

00:22:16: Also jetzt auch unabhängig vom Thema der Wiederbelebung ist, glaube ich, Empathie einfach ein ganz wichtiges Thema im Bereich der Notfallmedizin.

00:22:25: Weil wir die Menschen in Ausnahmesituationen, in Grenzsituationen erleben.

00:22:30: Wir kommen im Prinzip in das schützenswerteste, nämlich die Privatsphäre der Menschen rein.

00:22:38: Wir stehen nachts um drei im Schlafzimmer von den Menschen und sehen wie sie wohnen.

00:22:45: all das, zu sagen das positive und das negative unserer Gesellschaft.

00:22:49: Und haben dann einen Einblick ganz tief in viele Bereiche und von daher ist Empathie ganz wichtig aber natürlich auch im Rahmen der Reanimationen und es sind ja nicht nur die Achtzigjährigen die wir reanimieren sondern wir haben halt auch Kinder.

00:23:06: und ich glaube gerade wenn man weiß wie das für Eltern ist die ein Kind leblos ihr eigenes Kind leblos vorgefunden haben, dann wäre es glaube ich ganz, ganz fatal wenn man da keine Empathie hat.

00:23:23: Nicht empathisch ist und nicht auch mit einer gewissen Demut, sage ich mal irgendwie in diese Einsätze reingeht.

00:23:33: Was wünschen Sie sich denn jetzt wo unser Gespräch langsam zum Ende kommt?

00:23:36: Was wünschten sie sich von unserer Gesellschaft als Mediziner, als Notfallmediziner oder als Helfer?

00:23:42: Bildungsinstitutionen von Unternehmen, Kliniken, Politik und vor allem auch von unseren Hörerinnen und Hörern.

00:23:49: Also ich sage mal von der breiten Bevölkerung wünsche ich mir einfach das Thema nicht mehr so angstbehaftet ist dass jeder weiß ich kann nichts falsch machen.

00:24:01: Ich kann nur was falsch machen wenn ich nichts mache.

00:24:03: Das ist eigentlich so das Wichtigste.

00:24:06: Und ich sag mal für die politische Ebene oder wenn es eben darum geht Dann wäre es natürlich schon wünschenswert, wenn das Thema Reanimationsunterricht an Schulen viel breiter Verbreitung finden würde.

00:24:20: Wir machen das hier in Fulda.

00:24:22: Wir haben jetzt angefangen letztes Jahr damit in Pilot-Schulen das Ganze zu machen.

00:24:27: aber auch das ist eben nur weil wir Lehrerinnen gefunden haben die dieses Thema genauso wichtig finden, die eben auch wissen was passieren kann, wenn im Zweifelsfall niemand hilft und sagen nein das ist ein ganz ganz wichtiges Thema.

00:24:42: Wir müssen es früh in die Gesellschaft bringen und das geht am besten in der Schule.

00:24:47: aber es momentan funktioniert jetzt eben tatsächlich nur über viel Engagement bei den Lehrkräften, bei den Leuten aus der Notfallmedizin die das Ganze dann fachlich mit begleiten und unterstützen.

00:24:59: und da wäre es natürlich schön wenn man sagt Nein wir wollen dass auch als Gesellschaft Uns ist es wichtig und wir sind auch bereit dafür, ein bisschen Geld zu investieren.

00:25:11: Weil tatsächlich so blöd das auch klingt aber ohne Geld funktionieren all diese Sachen tatsächlich nicht.

00:25:18: Was ich heute aus diesem Gespräch mitnehme ist dass in Ernstfall jeder jede zum Helfer werden kann.

00:25:24: Wir können alle unterstützen die Arbeit der Rettungskräfte Und die Menschen die uns da brauchen.

00:25:28: Vielen Dank für dieses Gespräch Herr Dr.

00:25:30: Keimbach und weiterhin alles Gute beim helfen.

00:25:32: Danke vielen dank.